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Warum wirtschafts- und gewerbefreundlich wählen?

  • Autorenbild: Anita Borer
    Anita Borer
  • 7. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Im Frühling finden kommunale Wahlen statt. Viele denken dabei an die Plakatflut am Strassenrand oder an parteipolitische Etiketten. Auch wenn das von aussen betrachtet, seltsam erscheinen mag, ist es ein wichtiger demokratischer Prozess. Dabei geht es auf Gemeindeebene nicht um Weltpolitik. Es geht um Strassen, Läden, Arbeitsplätze, Bauprojekte, Bewilligungen und darum, wie pragmatisch oder kompliziert eine Gemeinde funktioniert. Genau hier wird Politik für alle spürbar.

 

Ein entscheidender Faktor ist, wie gewerbe- und wirtschaftsfreundlich eine Gemeinde geführt wird. Oder anders gesagt: ob das lokale Gewerbe als Partner gesehen wird oder als Problem. Diese Haltung entscheidet darüber, ob ein Betrieb investieren kann, ob ein Umbau innert nützlicher Frist bewilligt wird oder ob ein neues Geschäft überhaupt entsteht.

 

Eine funktionierende Wirtschaft ist kein Selbstzweck. Sie sorgt für Lehrstellen, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Sie finanziert über Abgaben und Steuern Schulen, Infrastruktur und soziale Angebote mit. Wenn es Gewerbe und Wirtschaft gut geht, profitiert die Bevölkerung direkt. Und zwar nicht abstrakt, sondern im Alltag. Kurze Wege, ein vielfältiges Angebot, lebendige Ortszentren und stabile Finanzen fallen nämlich nicht vom Himmel.

 

Ein einfaches Beispiel: Wo Läden schliessen müssen, weil Auflagen steigen und Prozesse endlos dauern, verliert eine Gemeinde nicht nur Einkaufsmöglichkeiten. Sie verliert Begegnungsorte. Das Leben verlagert sich weg, die Wege werden länger, die Abhängigkeit vom Auto oder vom Onlinehandel nimmt zu. Am Ende zahlt die Allgemeinheit die Zeche.

 

Oder nehmen wir Investitionen. Es geht dabei nicht darum, immer mehr zu bauen oder alles zu verdichten. Entscheidend ist, dass Bestehendes genutzt, erneuert und sinnvoll weiterentwickelt werden kann. Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, kurze Verfahren und vor allem eine gute verkehrstechnische Erschliessung. Betriebe sind darauf angewiesen, dass Mitarbeitende, Kunden und Lieferanten sie effizient erreichen können. Wenn Strassen verstopft sind, Zufahrten eingeschränkt werden oder Parkierung ideologisch bekämpft wird, trifft das nicht abstrakt «die Wirtschaft», sondern konkret den Alltag der Bevölkerung. Wer das Gewerbe vom Verkehr abschneidet, schwächt letztlich die Versorgung vor Ort.

 

Bürgerlich wählen heisst nicht, alles dem Markt zu überlassen. Es heisst, Verantwortung zu übernehmen und wirtschaftliche Zusammenhänge ernst zu nehmen. Es heisst, Lösungen zu suchen, statt neue Hürden zu bauen. Und es heisst, das Gewerbe als Teil der Lösung zu verstehen, nicht als Gegner.

 

Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ist das entscheidend. Steigende Kosten und wachsende Bürokratie setzen viele Betriebe unter Druck. Gemeinden können diesen Druck entweder verstärken oder abfedern. Sie tun dies mit ihrer Politik, mit ihren Entscheiden und mit der Haltung, die sie gegenüber dem Unternehmertum einnehmen.

 

Die Gemeindewahlen sind deshalb eine Richtungsentscheidung. Für eine Politik, die mitdenkt, mitarbeitet und ermöglicht. Oder für eine, die reguliert, verzögert und verteuert.

 

Wer möchte, dass es der Bevölkerung langfristig gut geht, sollte auch wollen, dass es dem Gewerbe gut geht. Beides gehört untrennbar zusammen.

 

Entsprechend mein Aufruf: Wählen Sie bürgerlich bei den Gemeindewahlen!

 

Text: Anita Borer, Kantonsrätin Zürich & Präsidentin Gewerbeverband Uster (GVU)




 
 
 

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